Wie sehne ich oft den Kuss herbei.
Als des Lebens Lohn für all mein Flehen.
Doch inzwischen ist‘s mir einerlei.
Es soll halt schnell vorüber gehen!
Wie sehne ich oft den Kuss herbei.
Als des Lebens Lohn für all mein Flehen.
Doch inzwischen ist‘s mir einerlei.
Es soll halt schnell vorüber gehen!
Durchgekaut doch ausgespuckt.
Ein Haufen Menschenbrei bin ich.
Von Seelen geliebt.
Von Herzen verschmäht.
Denn meines scheint bloß Staffelei.
Für Bilder die sie mir malen,
und dankbar anderen widmen.
Es bleibt, was mal meine Seele war.
Übrigens, dort das Stillbeben, das ist sie.
Da stehe ich nun. Nachdenklich und nass bis auf die Knochen. Nur einen Augenschlag entfernt von dieser undurchsichtigen Fremden. Sie wirkt so abwesend. Ich schaue am Seeufer des Parks dem Nachwuchs der Kanadagänse zu, und lamentiere über mein Leben. Ich könnte schwören, ich kann noch immer den Regen auf ihren Schirm prasseln hören.
Ein Gewitter zieht auf. Am Horizont zuckt ein Blitz. Wenige Augenblicke später hört man den Ohrenbetäubenden Lärm des Donners. Ich spüre den Knall bis in den Magen. Die Gänse und Enten flattern aufgeschreckt über die Wasseroberfläche.
Ich sehe mich um. Wo ist sie? Gerade noch standen wir hier und ordneten unsere Gedanken. Atmeten durch. Brachten uns in die Welt zurück. Das Gewitter kommt näher und es strömt nun wie aus Eimern. Warum, war ich hierhingekommen? Eine klaren Kopf wollte ich finden, und fand doch, was ihn vernebelt. Ich schlage meine Kapuze nach hinten und sehe hoch in den Himmel. Den milden Regen auf meinem Gesicht.
Erstaunlich, dass man derart berührt werden kann. Von Begegnungen, die doch keine zu sein scheinen. Von Fremden, die man doch zu kennen glaubt. Und von Widersprüchen, die man so nie schätzen können wird.
Ein milder, verregneter Nachmittag im Mai. Ich schlage meine Kapuze über und ziehe die Tür hinter mir zu. Ein paar Schritte an der frischen Luft machen den Kopf frei.
Ich schlendere etwas vor mich hin. Ich muss mich erden. Mich einige Momente lang suchen und sammeln.
Im nahe gelegenen Park haben dieses Jahr die Kanadagänse Nachwuchs. Das wird mich auf andere Gedanken bringen.
Ist nicht weit. Schön ruhig ist’s hier. Sicher wird außer mir niemand so dumm sein bei dem Wetter eine Runde durch den Park zu drehen. Ideale Voraussetzungen um ans Denken zu kommen.
Verdammt, wo ist die Zeit geblieben? Noch gestern glaubte ich, heute würde alles gut. Teufel auch! Das war nicht gestern sondern vor 15 Jahren! Was stimmt mit jemandem nicht, der mit Mitte Dreißig immer noch nicht zur Ruhe gekommen ist? Die ständigen Mitleidsbekundungen in Form von Einladungen im Kreise der Freunde und ihren Familien kann auf Dauer ganz schön ermüdend sein.
Ich bleibe am Seeufer stehen und lasse den Blick über die vom Regen gebrochene Wasseroberfläche wandern. Ich atme tief ein. Und da sind auch die Kanadagänse mit ihren Kleinen. Sind hübsch anzusehen.
Während ich meinen Augen Auslauf gewähre, im Augenwinkel eine Gestalt. Eine Frau. Die muss verrückt sein, bei dem Wetter den Gänsen zuzusehen. Denk ich so. Ich beginne sie zu beobachten. Sie wirkt nachdenklich. Was mag das für ein Mensch sein? Was für ein Leben führt sie? Wieso in drei Teufels Namen steht sie hier allein? Ich kann hören wie der Regen auf ihren Schirm prasselt und ziehe meine Kapuze zurecht. Sie steht einfach nur da. Komisch. Je länger ich sie ansehe, desto mehr beginne ich sie zu mögen. Ich versuche mir vorzustellen, wer sie ist.
Ich weiß nicht wie sie klingt, aber ich mag ihre Stimme. Ich kann ihr Lächeln von hier nicht erkennen, doch ihr Lachen würd’ ich sicher lieben. Mir läuft der Regen durch die Kapuze und den Rücken runter.
Man sucht sich selbst…und findet etwas ganz anderes.
Lies den ersten Entwurf meiner Geschichte “NE OBLIVISCARIS” (Arbeitstitel: “Tot und lebendig”)
HANDLUNG: Ein Professor für forensische Psychologie mit schottischen Wurzeln will vor seinem Ruhestand noch ein Buch über das Wesen des Bösen schreiben. Will aber als persönliche Herausforderung auch einen völlig neuen Fall mit in das Buch aufnehmen.
Er trifft sich also in einer kleinen mexikanischen Cantina mit seinem alten Freund und Kollegen Dr. Sonofabic (is klar? Son-of-a-bitch). In der gleißenden Hitze der Mittagssonne sieht er dann seinen alten Gefährten und Vertrauten die staubige Straße zur Cantina hoch schnaufen. Ein stark adipöser Zigeuner mit Backenbart und dem Mut zu neurologischer Forschung mit Mitteln, die ihm niemals fragwürdig genug sein können.
Nachdem sie durch Hinweise und Geschehnisse dem scheinbar personifizierten Bösen immer näher zu rücken scheinen, wechselt die Perspektive in die des vermeidlich Bösen. Bloß ein paar Tage aus dem Leben des Unheilvollen. Ein bisschen Schulden eintreiben. Hier und da ein Freund, der im Scheinwerferlicht seines alten Mercurys am Rande einer schicksalhaften Straße verscharrt werden soll. Dann aber doch kurzerhand in Onkel Porkys alten Schrottpresse entsorgt wird. „Der Teufel soll mich holen, wenn ich wegen Dir ins Schwitzen komme, alter Freund.“
Aber ist das alles böse? Oder nicht doch bloß ein ganz normaler Tag? Zum Teufel! Wer weiß das schon?
Nur einen Sinn birgt das Leben:
Die Gabe frei zu geben,
insbesondere. Und allgemein:
Einfach Mensch zu sein.