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Donnerstag, 14. Mai 2009

Stiller Abgang

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Da stehe ich nun. Nachdenklich und nass bis auf die Knochen. Nur einen Augenschlag entfernt von dieser undurchsichtigen Fremden. Sie wirkt so abwesend. Ich schaue am Seeufer des Parks dem Nachwuchs der Kanadagänse zu, und lamentiere über mein Leben. Ich könnte schwören, ich kann noch immer den Regen auf ihren Schirm prasseln hören.

Ein Gewitter zieht auf. Am Horizont zuckt ein Blitz. Wenige Augenblicke später hört man den Ohrenbetäubenden Lärm des Donners. Ich spüre den Knall bis in den Magen. Die Gänse und Enten flattern aufgeschreckt über die Wasseroberfläche.

Ich sehe mich um. Wo ist sie? Gerade noch standen wir hier und ordneten unsere Gedanken. Atmeten durch. Brachten uns in die Welt zurück. Das Gewitter kommt näher und es strömt nun wie aus Eimern. Warum, war ich hierhingekommen? Eine klaren Kopf wollte ich finden, und fand doch, was ihn vernebelt. Ich schlage meine Kapuze nach hinten und sehe hoch in den Himmel. Den milden Regen auf meinem Gesicht.

Erstaunlich, dass man derart berührt werden kann. Von Begegnungen, die doch keine zu sein scheinen. Von Fremden, die man doch zu kennen glaubt. Und von Widersprüchen, die man so nie schätzen können wird.

Samstag, 9. Mai 2009

Vom Suchen und Finden

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Ein milder, verregneter Nachmittag im Mai. Ich schlage meine Kapuze über und ziehe die Tür hinter mir zu. Ein paar Schritte an der frischen Luft machen den Kopf frei.

Ich schlendere etwas vor mich hin. Ich muss mich erden. Mich einige Momente lang suchen und sammeln.

Im nahe gelegenen Park haben dieses Jahr die Kanadagänse Nachwuchs. Das wird mich auf andere Gedanken bringen.

Ist nicht weit. Schön ruhig ist’s hier. Sicher wird außer mir niemand so dumm sein bei dem Wetter eine Runde durch den Park zu drehen. Ideale Voraussetzungen um ans Denken zu kommen.

Verdammt, wo ist die Zeit geblieben? Noch gestern glaubte ich, heute würde alles gut. Teufel auch! Das war nicht gestern sondern vor 15 Jahren! Was stimmt mit jemandem nicht, der mit Mitte Dreißig immer noch nicht zur Ruhe gekommen ist? Die ständigen Mitleidsbekundungen in Form von Einladungen im Kreise der Freunde und ihren Familien kann auf Dauer ganz schön ermüdend sein.

Ich bleibe am Seeufer stehen und lasse den Blick über die vom Regen gebrochene Wasseroberfläche wandern. Ich atme tief ein. Und da sind auch die Kanadagänse mit ihren Kleinen. Sind hübsch anzusehen.

Während ich meinen Augen Auslauf gewähre, im Augenwinkel eine Gestalt. Eine Frau. Die muss verrückt sein, bei dem Wetter den Gänsen zuzusehen. Denk ich so. Ich beginne sie zu beobachten. Sie wirkt nachdenklich. Was mag das für ein Mensch sein? Was für ein Leben führt sie? Wieso in drei Teufels Namen steht sie hier allein? Ich kann hören wie der Regen auf ihren Schirm prasselt und ziehe meine Kapuze zurecht. Sie steht einfach nur da. Komisch. Je länger ich sie ansehe, desto mehr beginne ich sie zu mögen. Ich versuche mir vorzustellen, wer sie ist.

Ich weiß nicht wie sie klingt, aber ich mag ihre Stimme. Ich kann ihr Lächeln von hier nicht erkennen, doch ihr Lachen würd’ ich sicher lieben. Mir läuft der Regen durch die Kapuze und den Rücken runter.

Man sucht sich selbst…und findet etwas ganz anderes.

Donnerstag, 8. Januar 2009

Vertraut

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Manch Gefühl, so scheint es, niemals endet.

Trotz müden Willens es zu meiden.

Wirst Du von alten Schatten neu geblendet,

ist es ein wohl vertrautes Leiden.

Samstag, 20. Dezember 2008

Gesundheit!

Sie ist das Kribbeln in der Nase, und das Zucken in der Seele eines sturen alten Cowboys, der einsam der flimmernden Abendsonne der Prärie entgegen reitet.
Es gibt sie noch. Die schönen, weil seltenen Zufälle und Bekanntschaften. Und seien sie auch virtuell. Cowboy trifft Cowgirl. Das klingt wie aus einem B-Movie aus den 50er Jahren. Ein Streifen in denen Neon-Reklamen am Zuschauer vorbei ziehen, während man mit dem Protagonisten im alten Ford Pick-up eine staubige Straße scheinbar endlos bereist. Abenteuer durchlebt, die so endlos wie die schicksalhafte Straße selbst zu sein scheinen. Und wo man Frauen in Blue Jeans und mit Ponytail unbekümmert über die Leinwand tippeln sieht. Während sie sich schmatzend und unermüdlich an ihrem Kaugummi  vergehen. Ihr liebenswert albernes Kichern nur unterbrochen durch das Knallen der Kaugummi-Blasen, die auf  tiefroten Lippen ihr lustvolles Ende finden.

Danke für den süßen Abend. Und die netten Bilder.

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Lieber 1000 freundliche Fremde als 1 befremdlicher Freund

In einer Zeit, in der das denkende Wesen nach Freiheit giert, weil auf Einzigartigkeit versessen, ist es erstaunlich welchen Reiz ausgerechnet die Anonymität des Web's gerade auf die ausübt, die sich um nahezu jeden Preis individuell wissen möchten. Ein Wissen, das vermeidlich scheint, da virtuell. Ein Sehnen letztlich doch genau nach dem Gegenteil, nach Gemeinsamkeit.
Denn ist mittlerweile nicht wirklich Jeder furchtbar hip und erschreckend stylisch? Der Individualist ist schon lange tot. Lang lebe die Nonkonformität. So scheint es.

Nähe wird zu einem Gedankenmodell und der Mensch zu nichts weiter als einer bloßen Gestalt. Nichts weiter als eine nach innen verkehrte Hülle, inhaltslos. Aber doch ebenso sexy und trendy anzuschauen, wie auch gepflegt.

Ein Durcheinander aus Haargel und Tagescreme für den modernen Herren auf der einen. Und geradezu autonome Vereinsamung für die Frau von heute auf der anderen Seite.

Die Welt hat sich dennoch nicht verändert. So hat sie sich bei genauerem Hinsehen doch lediglich verkehrt. Und trotzdem oder gerade deswegen bleibt nichts so wie es ist. Zu keiner Zeit.

Spätestens wenn die Metrosexuellen unserer Zeit den ersten Ausschlag von ihren Cremes bekommen, und die Frauen nicht aufhören können zu weinen. Weil Ihnen die Schulter jenes Exemplar von Mann zum Anlehnen fehlt, das sie angeblich so sehr verachten. Spätestens dann, so hoffe ich, erschafft das lustige Menschenwesen eine neue Ordnung. Mal wieder.

Mit Regeln die aus Freiheiten und Cremes zusammen gepanscht werden. Also genau wie heute. Nur halt eben anders. Mit mehr Zwängen und weniger Schmerz für alle.

Bis dahin allerdings verkommt menschliche Nähe wie gehabt, während sich sogenannte Blogs wie niederkommende Pilze durch die Erde einer erwärmten Luft entgegen pressen .

So auch dieser.